Rettungskette für Menschenrechte mit Bürgermeister Willi in Innsbruck 

Vizebürgermeisterin von Lyon, Madame Malika Haddad-Grosjean und Stadträtin Sylvie Tomic mit Dolmetscher Udo Staf

Termin mit Dr. Irmgard Griss

Übergabe der CoEUr-Zertifikate durch NR Mag. Faiqa El Nagashi

Besuch des Parlaments

Das Projekt

CoEUr 1 „Das Friedensprojekt Europa“

Umgesetzt von 09/2020 bis 09/2021

 

TeilnehmerInnen:

An dem Projekt haben 52 junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund im Alter zwischen 16 und 30 Jahren in Frankreich und Österreich teilgenommen.

 

Highlights:

05.09.2020 Kick-Off in Pressbaum/NÖ

23.10.20 Termin mit Frau Dr. Irmgard Griss

16.11.2020 Termin mit NR Dr. Elisabeth Götze

30.11.2020 Termin mit NR Mag. Faiqa El Nagashi

14.12.2020 Termin mit GR Susanne Klinser

07.04.2021 Termin mit Dr. Othmar Karas, Vizepräsident EU-Parlament

22.04.2021 Termin mit Dr. Bettina Vollath, Abgeordnete EU-Parlament

09.07. – 11.07.2021 CoEUr-Jugenddialog in Lyon/Frankreich

17.09 – 19.09.2021 Rettungskette für Menschenrechte in Innsbruck/Tirol

04.09.2021 Abschlussveranstaltung in Pressbaum/NÖ

22.09.2021 Überreichung der CoEUr-Zertifikate YOUTHPASS durch NR Mag. Faiqa El Nagashi

 

CoEUr 2 – 2022

Schwerpunkt: „Europas Chancen für Mädchen und Frauen und dessen Nutzen für deren Brüder, Väter und Ehemänner sowie die Gesellschaft“

 

Der große Wunsch der jungen TeilnehmerInnen ist die Fortsetzung des Projekts. Für 2022 soll als Schwerpunktthema „Europas Chancen für Mädchen und Frauen und dessen Nutzen für deren Brüder, Väter und Ehemänner sowie die Gesellschaft“ im Vordergrund stehen. 

 

Als kleinen Vorgeschmack wurde bereits auf der Zugfahrt nach Innsbruck das von Ottfried Preußler 1972 veröffentlichte Buch „Die dumme Augustine“ gemeinsam gelesen und das weiterhin aktuelle Thema der Gleichberechtigung der Geschlechter besprochen.

 

Um dieses Thema im Folgeprojekt „CoEUr 2022“ adequat behandeln zu können, sind ganz besonders junge Frauen ab 18 Jahren mit Fluchthintergrund zur Teilnahme eingeladen!

 

Infos und Anmeldung: www.patinnenfueralle.at

Kontakt: Obfrau Erika Kudweis

Mail: kudweis@patinnenfueralle.at

Tel: 0043 (0)664 4326940

 

 

Contact a Lyon: 

Gaëlle Gormley

Présidente et coordinatrice d'Act For Ref

Tel : +33 (0)6 09 36 72 01

Mail: act-for-ref@outlook.fr

www.actforref.org            

CoEUr - Gedanken und Erinnerungen

In Österreich verschwinden Menschen. Manche melden sich aus einem anderen Land. Von manchen hört man nichts mehr. Wie geht es dann jenen, die zurück bleiben? Wenn ein Patensohn, ein Bruder, ein Freund in Österreich im Asylverfahren eine final negative Entscheidung bekommt und weiterflieht, nach Frankreich oder Italien, dann hinterlässt dieser Mensch eine Lücke. Eine schmerzhafte Lücke. Es verletzt den Geflüchteten erneut und auch die Zurückgebliebenen.

 

Der Verein „PatInnen für alle“ musste sich von einigen Patenkindern und noch wesentlich mehr Freunden, Cousins und sogar Brüdern von Patenkindern verabschieden. Nein das ist falsch: viele konnten sich von ihren Lieben nicht verabschieden. Zu groß war die Angst vor Abschiebung aber auch davor den Zurückbleibenden zu schaden. Viele rannten weg – kippten erneut in den Fluchtmodus . So hatten die Weiterfliehenden nun zum zweiten Mal ihre Familie und ihren Freundeskreis zurücklassen müssen.

 

Als im Frühjahr 2019 die Obfrau des Vereins Erika Kudweis mit zwei weiteren Patinnen und dem ORF Thema-Team nach Paris reiste um dort Patenkinder zu treffen, wurde allen bewusst, wie groß der Verlust war. Sie trafen junge Geflüchtete aus ganz Österreich, die sich als Grazer, Wiener oder Linzer bezeichneten - deren Herkunftsland jedoch ursprünglich Afghanistan war.  Erika Kudweis erinnert sich noch gut: „Ein Bursche kam extra aus Lyon und meinte zu mir: „Frau Erika Lyon ist schön. Lyon hat zwei mal die Donau!“ Zuerst musste ich lachen, dass er noch immer statt dem Wort „Fluß“ den Namen „Donau“ verwendete. Aber dann machte es mich auch sehr traurig!“

 

Zu sehen ist dieser mit dem Prälat Leopold Unger-JournalistInnenpreis 2019 ausgezeichneten Beitrag „Odysee durch Europa – Afghanen zwischen Asyl und Abschiebung“ auf youtube:

Durch all diese Begegnungen, die Begleitung der Patenschaften, die Veranstaltung der „Workshops gegen die Angst“ entstand langsam das Projekt „CoEUr – Mit ganzem Herzen für Europa““: Es bringt den jungen Geflüchteten das Friedensprojekt „Europa“ näher, denn es hat einen tröstlichen Aspekt, wenn sich alle als Europäer fühlen.  Wer versucht hatte, der beste Grazer/Linzer etc zu werden, dann doch nicht bleiben hatte dürfen, wurde ja erneut entwurzelt. Wichtig war es bei den Jugendlichen/jungen Erwachsenen Interesse für Europa und die Europäische Union zu wecken, ihnen Wissen dazu zu vermitteln und ein Gefühl einer europäischen Zusammengehörigkeit unter ihnen zu schaffen, unabhängig davon, ob sie in Österreich oder Frankreich leben.

 

In diesem Projekt wurde daher von den jungen TeilnehmerInnen der Kontakt zu PolitikerInnen auf Gemeinde-, Bundes- und EU-Ebene in Österreich und in Frankreich mit Stadtpolitikerinnen aufgebaut.  

 

Ein Höhepunkt des Projektes war eine 3 tägige Reise nach Lyon: 16 junge Geflüchtete reisten mit Erika Kudweis (PatInnen für alle) und Dr. Karin Tschare (Gablitz hilft) von Österreich an, weitere 15 konnten von ganz Frankreich nach Lyon zum CoEUr-Jugenddialog vom 09.7. bis 11.7.2021 kommen.

 

Es gab eine Vielzahl an ausgesprochen berührenden Wiedersehensszenen. Martina Höss kam mit ihrem Lebenspartner Michael mit um ihren Patensohn nach 2 Jahren das erste Mal wieder zu treffen: „Für uns war und ist der Trennungsschmerz tief, dass unser Patenkind nicht weiter in Österreich leben konnte. Nach intensiver Begleitung seiner Integration, schulischer Ausbildung (er stand unmittelbar vor seinem Hauptschulabschluss) und dem Asylverfahren war es sehr hart mit zu erleben, dass W. ein zweites Mal entwurzelt wurde und seine Ersatzfamilie und all seine Hoffnung verlor.

Besonders hart war, dass unser Schützling vom Gericht als unglaubwürdig eingestuft wurde und das, obwohl er ein unglaublich wahrheitsgetreuer Mensch ist. Das hatte zufolge, dass er lange Zeit depressiv wurde und uns das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit abhanden kam. 

Während die Richterin ihn doch nur 6 Std. befragte, haben wir uns 4 Jahre mit diesem Menschen intensiv auseinandergesetzt, trotzdem bekamen unsere Aussagen vor Gericht überhaupt kein Gewicht, und ihm wurde trotz wahrhaftigem Asylgrund kein Asyl gewährt.“

Anmerkung: W. hat nun in Frankreich Asyl erhalten.

 

W. selbst schreibt nach dem Treffen in Lyon: „Ich habe immer geträumt und gewartet, dass meine Pateneltern mich besuchen kommen. Es war sehr wichtig, dass sie gekommen sind. Ich habe jetzt ein super Gefühl, nachdem ich sie gesehen habe. Und sie haben mich motiviert weiter zu kämpfen positive Sachen zu machen!“ W. hatte das Gespräch mit den Politikerinnen in Lyon zur Hälfte auf Französisch und zur Hälfte auf Deutsch geführt. Alle waren schwer beeindruckt!

 

In beiden Ländern war das Hauptanliegen den PolitikerInnen die Lebenswelten von jungen Geflüchteten näher zu bringen, damit sie bei ihren Entscheidungen ein „Gesicht“ vor Augen haben. Es ging um einen wertschätzenden Dialog, gegenseitigen Austausch und um politische Partizipationsmöglichkeiten. Denn die jungen Geflüchteten besitzen noch nicht die Staatsbürgerschaft Österreichs oder Frankreichs und sind daher in ihren institutionellen demokratischen Teilhabemöglichkeiten eingeschränkt.

 

In Frankreich kam hinzu, dass es den TeilnehmerInnen ein Anliegen war den französischen EntscheidungsträgerInnen zu zeigen, dass all diese weitergeflohenen jungen Menschen zuvor in Österreich sich sehr um eine Integration und Anbindung an die österreichische Gesellschaft inklusive einer westlichen Orientierung bemüht hatten. Es wurde die Hoffnung kommuniziert, dass diese europäische Integration in Frankreich eine Fortsetzung finden möge.

 

In Lyon hatte eine Gruppe an jungen TeilnehmerInnen mit Fluchthintergrund in einem Round Table mit der Vizebürgermeisterin von Lyon, Madame Malika Haddad-Grosjean und der Stadträtin Sylvie Tomic die Möglichkeit über ihre Erlebnisse und Gefühle zu sprechen: Wie war es für sie, als ihre Brüder, Cousins oder Freunde von Österreich weg mussten? Welchen Verlust und Schmerz verursachte dies? Was wünschen sie sich für ihre Landsleute in Frankreich? Das tiefe Mitgefühl und Verständnis der beiden Politikerinnen – die Vizebürgermeisterin hat selbst Migrationshintergrund – konnte man an den Tränen in ihren Augen sehen. 

 

Die Gespräche mit den PolitikerInnen in Österreich im Zeitraum Oktober 2020 bis April 2021 waren ebenfalls voll Wertschätzung, doch oft von großer Hilflosigkeit seitens der PolitikerInnen getragen. Gerne hätten sie mehr Unterstützung angeboten.

 

Ein persönliches Treffen war nur mit Frau Dr. Irmgard Griss (Neos), der ehemaligen Präsidentin des Obersten Gerichtshofes in Österreich, möglich. Ihre Offenheit, ihre herzliche Anteilnahme und das ehrliche Interesse an jedem einzelnen Teilnehmer/Teilnehmerin, beeindruckte die jungen Geflüchteten. Zu diesem Treffen waren vorwiegend Personen gekommen, die nach 4 oder 5 Jahren noch immer im Asylverfahren um ihren Aufenthalt in Österreich zitterten. Es versöhnte sie ein wenig mit dem Berufsstand der Richterschaft, weil auch sie nun ein freundliches Gesicht dazu bekamen. Auch gab dieses Treffen ihnen Mut an einen guten Ausgang ihres Asylverfahrens zu glauben. Das war gerade in den schweren Monaten des Wartens besonders wichtig.

Anmerkung: bis auf 1 Person, haben alle einen Aufenthaltstitel in Österreich bekommen. 

 

Kurze Zeit nach dem Gespräch wurde Dr. Griss zur Vorsitzenden der österreichischen Kindeswohlkommission ernannt und lud die Projektverantwortlichen und TeilnehmerInnen zu einem Onlinemeeting ein. Zuvor erhielten die CoEUr-TeilnehmerInnen die Möglichkeit Themen, Ideen und Problemstellungen das Kindeswohl betreffend einzubringen. Bei dem Onlinemeeting hatten die Mitglieder der Kommission die Möglichkeit detailliert nachzufragen und so Beispiele aus der Praxis zu den einzelnen Themen zu erhalten. In dem von der Kindeswohlkommission veröffentlichten „Bericht 

der unabhängigen Kommission für den Schutz der Kinderrechte und des Kindeswohls im Asyl- und Fremdenrecht“ fanden sich dann fast alle Wünsche der jungen Geflüchteten. 

 

Bei dem Onlinemeeting mit dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Dr. Othmar Karas, kam die Bitte des Politikers Ideen und Wünsche für das überparteiliche BürgerInnenforum, dessen Gründer Dr. Karas ist, und damit für die Gestaltung Europas zu sammeln und zu übermitteln. Die Projektleiterin Erika Kudweis wurde anschließend zu einem hochkarätig besetzten Onlinemeeting eingeladen um die Stimme der jungen Geflüchteten zu sein. 

 

Weitere Termine, die im Rahmen des Projektes „CoEUr“ stattfanden, waren Onlinemeetings mit:

Gemeinderätin Susanne Klinser (selbst Patin des Vereins, Grüne), 

Mag. Faiqa El Nagashi als Nationalratsabgeordnete der Grünen, zuständig für Diversity

Dr. Elisabeth Götze, Nationalratsabgeordnete der Grünen

Dr. Bettina Vollath, EU Abgeordnete der SPÖ (selbst auch Patin)

 

Nach dem Abschlussevent am 4. September 2021, bei dem das Projekt und seine Ergebnisse von den jungen Menschen präsentiert wurden, folgte noch ein Programmpunkt, der Corona bedingt von Herbst 2020 auf den 18.9.21 verschoben worden war: in Innsbruck fand die „Rettungskette für Menschenrechte“ statt und 17 TeilnehmerInnen des CoEUr-Projekts nahmen daran teil.

 

Infos: www.patinnenfueralle.at

Kontakt: Obfrau Erika Kudweis

Mail: kudweis@patinnenfueralle.at

Tel: 0043 (0)664 4326940

 

 

Contact a Lyon: 

Gaëlle Gormley

Présidente et coordinatrice d'Act For Ref

Tel : +33 (0)6 09 36 72 01

Mail: act-for-ref@outlook.fr

www.actforref.org            

Termin mit Dr. Irmgard Griss
Übergabe der CoEUr-Zertifikate durch NR Mag. Faiqa El Nagashi
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